mp3-Vorlesungen für zu Hause

By OHM-Blog

Lernen in angenehmer UmgebungIn dutzenden deutschen Hochschulen wird ein neuer Weg begangen, um die Vorlesungen an die Studenten zu bringen: Podcasting. Die Vorlesungen werden als Audio-Datei aufgezeichnet und danach ins Netz gestellt. Entweder lädt man die Dateien herunter, an denen man interessiert ist, oder abonniert eine bestimmte Vorlesung. Dann werden neue Vorlesungen automatisch auf den Rechner gezogen. Vorreiter sind etwa die Unis in Osnabrück, Karlsruhe, Dresden und die Hamburger Hochschulen. In Bayern erprobt etwa die FH Landshut die neue Methode. Podcasting ist dabei nicht nur für ein klassisches Fernstudium interessant. Studenten die für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen (bundesweit etwa 65%), Kinder erziehen oder wegen Krankheit die Hochschule nicht besuchen können, verpassen so keine Vorlesungen mehr. Aber auch „Normal“Studenten profitieren: überfüllte Vorlesungen können bequem zu Hause am PC verfolgt werden, und wer den Stoff nacharbeiten möchte hat mit der Seminar-mp3 natürlich viel bessere Möglichkeiten. Und mal ehrlich: der Student, der noch nie eine Vorlesung verschlafen hat, ist auch noch nicht geboren worden.

Es spricht also einiges dafür, auch an der OHM-Hochschule Vorlesungs-Podcasts einzurichten, brüstet sich doch unsere FH selbst ständig mit ihrer angeblichen Familienfreundlichkeit. Da alle von der neuen Technik profitieren würden, kann man sich nur wünschen, dass die FH den Trend nicht verpennt.

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5 Antworten zu “mp3-Vorlesungen für zu Hause”

  1. Alex sagt:

    Wir haben vor 1 oder 2 Semestern vorgeschlagen, Vorlesungsaufzeichnungen einzuführen (das wäre mal ein relativ sinnvoller Verwendungszweck für Studiengebühren), jedoch ist es an der nicht vorhandenen Unterstützung der Professoren gescheitert. EGründe sind z.B.:
    - Niveau würde durch solche Maßnahmen sinken (man muss damit rechnen, dass weniger Studenten in die Vorlesung kommen und den Stoff nicht entsprechend nachholen)
    - Der Vorbereitungsaufwand würde steigen
    - Man könnte Dozenten auf gesagtes “festnageln”

  2. Blub sagt:

    Cool, dass ihr das vorgeschlagen habt.

    Besonders das letzte Gegenargument läßt mich schmunzeln. Ein Prof, der von dem was er erzählt, auch Ahnung hat, und sich nicht selbst widerspricht, hat ja nichts zu befürchten. Das Niveau würde dadurch enorm steigen, weil die Profs dann wissen, dass die Qualität ihrer Vorlesungen nachprüfbar wird (ich denke, davor haben die meisten Angst). Und dass der Vorbereitungsaufwand steigen würde, ist ja schon fast ein Eingeständnis, dass die jetzigen Vorlesungen Müll sind und die Profs sich kaum vorbereiten. (Gilt natürlich alles nur für die Profs, die so argumentieren). Und bei der wahnsinnigen Überfüllung der Vorlesungen (kann nur für SW sprechen) würde es echt nichts ausmachen wenn 2 oder 3 Leute zu Hause bleiben. Wer an einem Seminar oder einer Vorlesung aktiv teilnehmen und auch was sehen möchte, z.B. eine Präsentation oder ein Tafelbild, muss ja sowieso weiter hin gehn.

    Man fragt sich auch, warum bei uns unmöglich sein soll und gefürchtet wird, was an anderen Hochschulen als Standortfaktor beworben wird…

  3. ralle sagt:

    Wär ne super Sache, aber selbst wenn sowas nicht zustande kommt werde ich mit meinem Laptop dank integrierter Webcam Aufzeichnungen machen.
    Zur privaten Nutzung sollte das keine Probleme geben.

  4. Alex sagt:

    Achja, wir haben das in der Fakultät Informatik vorgeschlagen…

  5. Mo sagt:

    Wäre wirklich eine super Sache; ich kann Blub nur in allen Argumenten zustimmen: nur wer Angst vor der mangelnden Qualität seiner VL hat (könnten einige an unserer Fakultät haben) muss auch Angst vor einer Aufzeichnung haben.
    Wirklich traurig ist es, wenn die Profs mit einer entstehenden Verbindlichkeit _gegen_ Podcasts argumentieren. Wenn das Gesagte nicht verbindlich ist, warum sollte ich es mir dann anhören? Da lese ich lieber ein Buch, darauf kann ich mich berufen.
    Ein drohendes sinkendes Niveau kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Ganz im Gegenteil: durch eine Aufzeichnung würde das Gesagte auch für die Profs selbst nocheinmal nachvollziehbar. So können Fehler (die im übrigen jedem passieren können, egal wie lange er schon lehrt) gleich in der nächsten VL klargestellt werden.

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