Mehr Demokratie an Hochschulen

21.11.09 von OHM-Blog

Sebastian Urchs von der Studierendenvertretung der LMU München erklärt auf Radio Lora, woher die Forderung nach mehr Demokratie an den Hochschulen kommt:

Videos über Besetzungen Erlangen/Nürnberg

19.11.09 von OHM-Blog

Georg-Simon-Ohm-Hochschule besetzt

Besetztes Audimax in Erlangen – Wir richten uns ein:

Weitere Videos aus Erlangen:

Bildungsstreik der Studenten in Erlangen

Erlanger Studentenproteste gehen in die 2. Runde

Radiobeiträge zu den Besetzungen

18.11.09 von OHM-Blog

Radio Z: Interview zur Besetzung an der OHM-Hochschule (Tag 2):

Radio Z: Interview mit einem Dozenten der OHM-Hochschule:

Radio Z: Ein Erlanger Aktivist zum Tag 2 der Besetzung an der FAU:

und noch eher allgemein und nicht Nürnberg/Erlangen-spezifisch:

Radio Corax: Interview mit Andreas Keller vom Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften zur Situation an den Hochschulen:

Erste Besetzungen an Schulen

18.11.09 von OHM-Blog

Bereits gestern haben Schüler der Albert-Einstein-Oberschule Berlin ihre Aula besetzt. Heute kam es dann zu einer weiteren Besetzung in der Hulda-Pankok-Gesamtschule in Düsseldorf. Vielleicht rücken damit endlich auch die Schüler in den Blickpunkt der medialen Berichterstattung. Bei den Demos gestern war in der Presse teilweise nur von Studenten, die gegen Bachelor/Master demonstrieren, die Rede. Mal abgesehen davon, dass auch die Forderungen der Studenten viel mehr umfassen als nur die Kritik an den gestuften Studiengängen – die Mehrheit der Protestierenden waren zumindest bei den letzten Aktionstagen Schüler. Der Bildungsstreik heißt auch erst seit 2009 so, hervorgegangen ist er aus der Schulstreikbewegung der letzten Jahre. Um auch Studenten zum mitmachen zu bewegen, wurde der Schulstreik dieses Jahr zum Bildungsstreik umbenannt. Erfolg hatte das zunächst kaum, auf den Demos am 17.06.09 konnte man Studenten mit der Lupe suchen. Statt dessen gingen in allen größeren Städten tausende Schüler auf die Straße. Bemerkenswert ist das u.a., weil Schüler im Gegensatz zu Studenten mit ganz anderen Problemen zu kämpfen haben, wenn sie ihre Schule boykottieren. Es drohen Disziplinarmaßnahmen und Ärger mit Lehrern und Eltern. Während sich in der Anonymität der Hochschulen leicht mal eben Protestaktionen durchführen lassen, sind in Schulklassen die „Rädelsführer“ und „Revoluzzer“ schnell identifiziert. Man muss den Schülern also ihr Engagement besonders hoch anrechnen. Die Organisation des bundesweiten Streiks stemmten sie zunächst auch weitgehend alleine, von Seiten der Studenten gab es kaum Interesse. Mit der aus Österreich herrüber geschwappten Besetzungswelle an Hochschulen hat sich das geändert, der Bildungsstreik gilt plötzlich als Studentenstreik. Diese Verzerrung durch die Medien sollten die protestierenden Studenten auf keinen Fall mit machen, statt dessen muss auch auf die Beteiligung und Forderungen der Schüler hingewiesen werden. Ein zentrales Thema dabei ist der Kampf gegen soziale Selektion in der Bildung. Gefordert wird eine gemeinsame Schule für alle und die grundsätzliche Kostenfreiheit der Bildung. Kritisiert wird die steigende Arbeitsbelastung durch die Schulzeitverkürzung und der Einfluss von Unternehmen auf die Schulen. Demokratisierung und Mitbestimmung in den Schulen steht ebenso auf dem Programm wie die Verbesserung des Unterichts durch mehr Lehrer und kleinere Klassen. Eingebettet ist das teilweise in eine grundsätzliche Kritik an einem Schulsystem, das nur die wirtschaftliche Verwertbarkeit seiner Insassen als Humankapital im Sinn hat. Die Themen sind also denen der Studenten sehr ähnlich, die soziale Selektion trifft die Schüler allerdings um einiges härter, als die bereits als Gewinner daraus hervorgegangenen Studenten. Die aktuelle Fokussierung der Medien auf die Besetzungen in Hochschulen darf also auf keinen Fall dazu führen, dass innerhalb der Bewegung die Interessen der Schüler weniger Gewicht bekommen.

Bildungsstreik Nürnberg (und Erlangen) in Bild und Ton

17.11.09 von OHM-Blog

Interview auf Radio Gong vor dem Bildungsstreik:

Video von der Auftaktkundgebung der Demo:

Radio Z war in Erlangen und Nürnberg auf der Demo unterwegs:

Demo vor der OHM-Hochschule:

Polizei versucht Studenten den Zugang zur Hochschule zu versperren:

Polizei blockiert sämtliche Eingänge zur GSO! on Twitpic

Gebäude in der Bahnhofstraße ist besetzt:

gso-besetzt

Radio Z über die Besetzung des Audimax der OHM-Hochschule

Erstes Plenum im besetzten Audimax:

Erstes Plenum im besetzten @audimax der GSO! #unsereuni #unib... on Twitpic

Besetzungen in Nürnberg und Erlangen

17.11.09 von OHM-Blog

Das Audimax der OHM-Hochschule (Bahnhofstr. 87) ist seit heute besetzt. Mehr Infos gibt es unter nuernberg-brennt.de und gso_brennt (Twitter).

Auch in Erlangen ist das Audimax (Bismarckstr. 1) unter studentischer Kontrolle. Aktuelle News von dort findet man auf faubrennt.u-sys.org und fau_brennt (Twitter).

Auf der Bildungsstreik-Demo in Nürnberg waren laut Polizei 3500 – 4000 Schüler und Studenten. Bilder und ein Video von der Demo gibt es bei der NN.

Besetzung in Nürnberg

Bildungsstreik: morgen Demos

16.11.09 von OHM-Blog

Nochmal zur Erinnerung: Morgen beginnt der bundesweite Bildungsstreik mit Demos in allen größeren Städten.

In Nürnberg beginnt die Demo um 11:30 vor der Lorenzkirche. Die Erlanger müssen früher aufstehen, da startet die Demo schon um 9:30 am Hugenottenplatz. Danach gehts gemeinsam per Zug nach Nürnberg. In Bamberg trifft man sich um 9:15 am Bahnhof, um von da aus nach Nürnberg zur Demo zu fahren.

An der OHM-Hochschule findet vor der Demo eine Vollversammlung statt. Beginn ist um 9:45 im Audimax in der Bahnhofstraße 87.

Einige Besetzungen geräumt

15.11.09 von OHM-Blog

Während viele der Hörsaal-Besetzungen in Deutschland weiter laufen(insgesamt waren es schon über 30 Hochschulen), kam es in einigen Städten zu ebenso absurden wie erschreckenden Szenen: Polizeieinheiten haben in mehreren Unis tatsächlich Studierende aus ihrer Hochschule vertrieben. So geschehen etwa in Münster, Marburg, Darmstadt, Tübingen und Bielefeld. Damit bestätigen die verantwortlichen Unileitungen die Notwendigkeit des Protests: Hochschulen sind für diese Leute kein Ort für Studierende, letztere werden nur als überflüssiger Ballast betrachtet, den man zur Not (z.B. wenn eine kommerzielle Veranstaltung für einen besetzten Hörsaal geplant ist) mit Gewalt entfernen lässt. Wenn Forderungen nach besserer Studiensituation mit Gewaltdrohungen beantwortet werden, sagt das natürlich auch viel über die „Dialogbereitschaft“ der verantwortlichen Hochschulleitungen aus. Solche Versuche den studentischen Protest einfach zu unterdrücken sind aber zum Glück kaum erfolgversprechend. Jede Räumung wird die Beteiligten nur in der Einsicht bestärken, dass es so an den Hochschulen nicht mehr weitergehen kann, und autoritäre Strukturen durch demokratische ersetzt werden müssen. In Wien gab es heute als Reaktion auf die Räumungen eine Protestkundgebung von 150 Studierenden vor der deutschen Botschaft.

Mindestens 10 weitere Unis besetzt – Studenten holen sich ihre Hochschulen zurück!

11.11.09 von OHM-Blog

Die Besetzungswelle verbreitet sich inzwischen wie ein Lauffeuer durch das ganze Land: in mindestens zehn weiteren Hochschulen haben heute Studenten die Kontrolle über Hörsäle übernommen. Da sich die Ereignisse überschlagen, ist es schwierig den Überblick zu behalten, eventuell hat sich die Zahl schon weiter erhöht. Infos über Neubesetzungen liegen für heute aus der HU und FU Berlin, Coburg, Würzburg, LMU München, Hamburg, Hildesheim, Landau, Göttingen und Bielefeld vor. Inzwischen sind damit auch vier bayerische Hochschulen vertreten. Die Initialzündung aus Österreich hat eine Entwicklung angestoßen, wie sie in der Form in Deutschland im Moment wohl kaum jemand erwartet hätte. Studenten holen sich Teile ihrer Hochschulen zurück, um Freiräume zu schaffen, in denen sie sich selbstbestimmt über ihre Vorstellung von Bildung verständigen können. In einer Zeit, in der Hochschulen v.a. als Wirtschaftsfaktor, Unternehmens- und Werbepartner gesehen werden, ist das ein mutiger und nötiger Schritt. Der Frust ist dank Bachelor/Master-System, Verschulung, Studiengebühren und Ökonomisierung der Hochschulen groß. Die Protestwelle der letzten Tage zeigt, dass sich die Studenten nicht länger einfach ignorieren lassen. Die Forderungen von Schülern und Studenten müssen jetzt auf die politische Tagesordnung, dafür soll auch der Bildungsstreik am 17.November beitragen.

Übersichtskarte zu den Besetzungen

Neue Besetzungen: Mainz, Essen, Duisburg

11.11.09 von OHM-Blog

Auch in der Uni Mainz und in Essen und Duisburg wurden heute Hörsäle besetzt. Ein Video von Duisburg/Essen gibt es hier. Die Übersichtskarte zu den Besetzungen sieht langsam richtig ansehnlich aus. Offensichtlich haben auch die Studenten in Deutschland endlich die Schnauze voll und werden aktiv. Der Bildungsstreik könnte diesmal wirklich spannend werden.

Weitere Besetzungen: Mönchengladbach, Dresden, Greifswald

10.11.09 von OHM-Blog

Die Protestwelle geht weiter: Nun sind auch das Audimax in Mönchengladbach und Greifswald sowie ein Hörsaal an der TU Dresden besetzt!

Aktuelle News zu den Besetzungen

07.11.09 von OHM-Blog

Das besetzte Audimax der Uni Münster wurde heute von der Polizei geräumt, alle anderen Besetzungen der letzten Tage gehen weiter. Aktuelle News zu den Hörsälen unter studentischer Kontrole gibt es unter unsereunis.de

Der Name der Seite orientiert sich dabei am österreichischen Vorbild unsereuni.at. Ziel der Namensgebung ist es, klarzustellen für wen die Hochschulen eigentlich da sein sollten.

Besetzungen jetzt auch in München, Marburg, Darmstadt und Tübingen

06.11.09 von OHM-Blog

Die Akademie der bildenden Künste in München, das Audimax in Marburg, das Empfangsgebäude der TU Darmstadt und ein Hörsaal der Uni Tübingen sind seit heute ebenfalls von Studierenden besetzt.

Hier eine Übersichtskarte zu den bisherigen Besetzungen:


View Larger Map

Quelle

Erste Hochschul-Besetzungen – Beginnt der heisse Herbst?

05.11.09 von OHM-Blog

besetztSeit ein paar Wochen mischen die österreichischen Studenten mit Protesten ihre Hochschulen auf, die Uni Wien ist z.B. seit dem 22.10 besetzt, alle anderen Universitäten Österreichs befinden sich inzwischen ebenfalls unter studentischer Kontrolle. Die Themen sind zum größten Teil identisch mit unseren: Bachelor und Master sollen weg, die Ökonomisierung der Bildung gestoppt, eine Wiedereinführung der Studiengebühren aufgehalten, Bildung besser finanziert und Schulen und Hochschulen demokratischer werden. Die Proteste und vor allem ihre Größe kamen für alle Beteiligten überraschend: eigentlich lief in Medien und Politik gerade eine Hetzkampagne gegen ausländische Studierende und für die Wiedereinführung der Gebühren. Die Kampagne war unter Studierenden anscheinend aber erfolglos, die Proteste richten sich ganz klar gegen Studiengebühren und nationalistische Stimmungsmache.

In den letzten Tagen gab es aus Österreich immer wieder Einladungen an die Studenten in den Nachbarländern, sich der Protestbewegung anzuschließen. Salzburg rief etwa zu internationalen Studi-Streiks, Wien zu Besetzungen „in Europa und darüber hinaus“ auf. Inzwischen scheint der Funke übergesprungen zu sein. In Potsdam und Heidelberg wurden Hörsäle besetzt, und in Münster das Audimax. Ist das der Beginn des angekündigten heissen Herbstes? Heute ist der Auftakt für die „Global Week of Action – Education is NOT for $A£€“, in Österreich findet gleichzeitig ein landesweiter Aktionstag statt. Und in Deutschland startet am 17.11. der bundesweite Bildungsstreik. Es könnte also noch einiges an studentischer Action folgen.

Bildungsstreik am 17.11.2009

03.11.09 von OHM-Blog

bildungsstreik09

Am Dienstag den 17.11. geht der bundesweite Bildungsstreik in die nächste Runde. Im Juni waren bereits in über 100 Städten mehr als 270.000 Schüler und Studenten für bessere Bildung auf der Strasse. Die Veranstalter hoffen darauf, diese Zahlen noch einmal zu übertreffen. Forderungen sind u.a. ein Ende der sozialen Selektion in der Bildung, keine Ökonomisierung der Schulen und Hochschulen, Abschaffung des Bachelor/Master-Systems und jeglicher Studiengebühren, sowie Demokratisierung aller Bildungsinstitutionen. In Nürnberg startet der Bildungsstreik am 17.11. um 11:30 mit einer Demo vor der Lorenzkirche.

Bildungsstreikaufruf für einen heißen Herbst

Aufruf Nürnberg

Österreich: Studiengebühren sollen deutsche Studenten abschrecken

25.10.09 von OHM-Blog

Vor einem Jahr wurden in Österreich die Studiengebühren für Universitäten wieder abgeschaft und der NC für einige Fächer aufgehoben. Eine Mehrheit aus SPÖ, FPÖ und Grüne hatte damals für die Abschaffung gestimmt. Inzwischen sind die Studiengebühren aber schon wieder im Gespräch. Die konservative ÖVP will die Campusmaut auf jeden Fall einführen, Wirtschaft und Konzernmedien machen beständig Stimmung für das Bezahlstudium. Zur wichtigsten Stillfigur ist dabei inzwischen die Warnung vor einer Ausländerschwemme geworden. Während de facto auch nicht mehr Ausländer in Österreich studieren als Österreicher im Ausland, hetzt eine Allianz aus konservativen Hochschulleitern, rechten Politikern und der Mainstreampresse gegen ausländische Studenten, die angeblich in riesigen Schwärmen über österreichische Hochschulen herfallen, Eingeborene verdrängen und den Staatshaushalt belasten. Konkret geht es v.a. um deutsche Studierende, insbesondere aus dem benachbarten Bayern. Um daraus ein „Argument“ für die Wiedereinführung der Studiengebühren zu machen, werden die Gebühren zum Schutzwall gegen ausländische Studierende erklärt. Je höher die Gebühren, um so weniger ausländische Studierende, heißt es in dieser Logik. Damit hofft man, xenophobe Überzeugungen anzusprechen und auch unter den österreichischen Studenten Anklang zu finden. Die Gebühren sollen also mit ausländerfreien Hörsaalen schmackhaft gemacht werden. Glücklicherweise hat diese Propaganda unter Studenten bisher kaum verfangen, bei den aktuellen Protesten in Wien wird immer wieder hervorgehoben, dass ausländische Studierende auch weiterhin willkommen sein sollen. Das Problem der „Gebührenflucht“ hat allerdings einen wahren Kern. Es ist ja nicht abzustreiten, dass die Gebühren dazu benutzt werden können, die Studentenzahl zu drücken und die Kosten für Bildung den Nachbarn aufzuhalsen. Das gleiche passiert ja auch zwischen den deutschen Bundesländern. Je höher die Gebühren, um so mehr lohnt es sich, beim gebührenfreien Nachbarn zu studieren. Das gleiche gilt natürlich auch für Unterschiede in der Gebührenhöhe. So kann es auf Dauer zwischen den Bundesländern wie auch den Mitgliedsstaaten der EU zu einem Wettbewerb kommen, bei dem alle Teilnehmer durch ständiges Anheben der Gebühren versuchen, möglichst keine Gebührenflüchtlinge abzubekommen und so viele Studierende wie möglich in die anderen Staaten zu verscheuchen. Belohnt wird das ganze mit sinkenden (oder zumindest nicht steigenden) Bildungsausgaben; in Zeiten von Wirtschaftskrise und staatlich verordneter Schuldenbremse ein nicht zu unterschätzendes Motiv. Dabei wäre das Problematik relativ einfach zu entschärfen. Ausgleichszahlungen von Staaten und Bundesländern, die von der Gebührenflucht profitieren, an diejenigen, die mehr junge Leute ausbilden, wären eine einfache Lösung, die gleichzeitig den Anreiz zur Gebührenerhöhung dämpfen könnte.

Wirtschaftskrise: Zunahme der Arbeitslosigkeit trifft Menschen mit Abitur am stärksten

13.10.09 von OHM-Blog

Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zu 2008 stark angestiegen, verantwortlich wird von den meisten Kommentatoren die Wirtschaftskrise gemacht. Da die Zahl der Arbeitslosen (lässt man statistische Tricks der Bundesagentur für Arbeit einmal aussen vor) seit über 30 Jahren relativ kontinuierlich  zunimmt, ist das nichts neues. Und doch hat die derzeitige Entwicklung ein neues und überraschendes Moment, das sichtbar wird, wenn man sich ansieht, welche Gruppen wie stark von der Zunahme der Arbeitslosigkeit betroffen sind. Das hat der DGB mit einer Studie getan, und kommt zu folgendem Ergebnis: Den grössten Anstieg der Erwerbslosigkeit gibt es in der Gruppe der Menschen mit Abitur und höheren Abschlüssen. Die Zahl der arbeitslosen Abiturienten und Akademiker ist im Vergleich zum letzten Jahr um knapp 25% gestiegen. Dagegen stieg die Quote bei Menschen mit mittlerer Reife oder keinem Schulabschluss im gleichen Zeitraum um ca. 5%, bei Hauptschulabsolventen etwa um 10 Prozentpunkte. Während bisher die Regel galt, dass die Wahrscheinlichkeit in Krisenzeiten entlassen zu werden und/oder keinen Job zu finden mit zunehmendem formalen Bildungsgrad abnimmt, hat sich dieses Moment in der Krise anscheinend umgekehrt. Laut DGB sind vor allem junge Hochqualifizierte betroffen, die dank befristeter Verträge in der Krise als erste ihren Arbeitsplatz verlieren. Inzwischen sind 30% der ALGII-Empfänger zwischen 25 und 34 Jahren Menschen mit Abitur, bei den Sozialhilfeempfängern ist es jeder Neunte.

Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu werden, ohne Schulabschluss immer noch größer als mit akademischem Grad. Doch die Entwicklung der letzten Jahre – Stichwort „Generation Praktikum“ – hat dazu geführt, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt auch für Akademiker rasant verschlechtert. Ständiger Wechsel von Arbeitslosigkeit, Praktika und schlecht bezahlten befristeten Jobs sind für immer mehr Studienabgänger Alltag. Im Rahmen der Krise sind Akademiker ohne unbefristete Arbeitsverträge nun die ersten, die von den Unternehmen entsorgt werden.

Quellen:

junge welt: Mehr Erwerbslose mit Abitur

Telepolis: Abicalypse now

Demos für ein Sozialticket am 10.10.2009

05.10.09 von OHM-Blog

Am Samstag den 10.10.09 finden in Nürnberg, Fürth und Erlangen Demos für ein Sozialticket im öffentlichen Nahverkehr statt. Mehr zum Thema Sozialticket gibt es hier und auf den Seiten des Bündnisses, das die Demo veranstaltet.

Die Auftaktdemonstrationen starten in Nürnberg und Erlangen, danach geht es mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Abschlussdemonstration in Fürth.

Treffpunkte:

Samstag, 10.10.2009
Nürnberg, 12:00 Uhr Lorenzkirche
Erlangen, 12:00 Uhr Rathausplatz
Fürth, 14:00 Uhr Hauptbahnhof

Alternativer Wahl-O-Mat zu Bürgerrechten

08.09.09 von OHM-Blog

Neben dem kürzlich vorgestellten Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es noch einen weiteren virtuellen Entscheidungshelfer im Netz. Der AK Vorratsdatenspeicherung bietet einen eigenen Wahl-O-Mat zum Thema Freiheits- und Bürgerrechte an. Außerdem kann man sich auf der Seite z.B. noch über die Geschichte der Überwachungsgesetze in der BRD informieren.

bwbanner

Bundestagswahl: Entscheidungshilfen

07.09.09 von OHM-Blog

Bei einer Umfrage des Stern vor ein paar Wochen wusste gerade einmal die Hälfte der Deutschen, dass Ende September die Wahlen zum Bundestag abgehalten werden. Inzwischen dürfte sich diese Zahl dank Wahlplakaten in den Innenstädten nach oben verändert haben. Wer nicht „aus Tradition“ eh immer die gleiche Partei wählt, sich bei der Wahlentscheidung auf die Empfehlung der Bildzeitung verlässt oder das Kreuzchen bei der Partei mit den schönsten Plakaten macht, wird sich für die Forderungen und Ziele der Parteien interessieren. Die Programme der 27 antretenden Parteien komplett durchzuarbeiten könnte aber relativ zeitaufwändig werden. Zum Glück gibt es im Netz ein paar Entscheidungshilfen.

Speziell für Studenten interessant: Studis Online hat alle im Bundestag vertretenen Parteien angeschrieben und sechs Fragen zur Bildungspolitik gestellt. Darin geht es u.a. um die Studienfinanzierung (Bafög & Co), Studiengebühren und Zulassungsbeschränkungen. Bis auf CDU und CSU haben bereits alle Parteien geantwortet:

Natürlich sind die Antworten wie immer mit Vorsicht zu genießen, das tatsächliche Verhalten der Parteien sieht oft leider anders aus als die Wahlversprechungen – man denke da z.B. Unterstützung der Studiengebühren durch die Hamburger Grünen. Und von Phrasen á la „Studiengebühren sozial ausgestalten“ kann sich bekanntlich niemand etwas kaufen.

Mehr Politikfelder und zur Wahl stehende Parteien deckt der Wahl-O-Mat ab. Nachdem man einige Fragen zu relevanten politischen Themen abgegeben hat zeigt der Wahl-O-Mat die Partei an, die am ehesten den eigenen Einstellungen entspricht. Leider lassen sich die eigenen Ansichten nur mit 8 von 24 Parteien auf einmal abgleichen.

Um das Internet dreht sich das Spezial von Golem.de zur Bundestagswahl. Golem hat dazu die Programme der Parteien auf IT-Themen abgeklopft.